In 3 Schritten zur Gehaltserhöhung

Gehaltserhöhung verhandeln

Jedes Jahr wieder hoffen hunderttausende Deutsche auf eine Gehaltserhöhung. Meist finden die Gespräche über die Leistungen zum Jahresbeginn statt, und es werden die Zielerreichungen des letzten Jahres besprochen. Doch ob man seine Ziele erreicht hat, oder nicht, der Arbeitgeber kommt nur sehr selten auf die Idee, das Gehalt der Mitarbeiter signifikant zu erhöhen.

Außerhalb der tariflich organisierten Berufe ist die Aufgabe jedes einzelnen, sein Gehalt bestmöglich zu verhandeln. Natürlich gibt es dabei Grenzen. In den allermeisten Fällen jedoch bleibt viel Potential ungenutzt. Dabei lässt sich bereits mit drei einfachen Schritten erstaunlich viel erreichen.

Schritt 1: Einen Termin mit dem Vorgesetzten vereinbaren

Jede Gehaltserhöhung beginnt mit dem Austausch der Positionen zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber. Nur wer die eigene Erwartungshaltung deutlich macht, hat eine realistische Chance, eine Gehaltserhöhung zu bekommen. Das beginnt mit einem Gespräch.

Oft macht es Sinn, statt eines separat vereinbarten Termins direkt das Leistungs-,  Feedback- oder Review-Gespräch zu nutzen, das in vielen Unternehmen in regelmäßigen Abständen, meist jährlich, stattfindet. Hier soll es ohnehin um die Leistung und die vereinbarten Ziele gehen, und daher bietet es eine optimale Gelegenheit, die eigenen Leistungen dem Gehalt gegenüberzustellen und so Diskrepanzen aufzuzeigen.

Schritt 2: Den eigenen Beitrag zum Unternehmenserfolg zeigen

Dies ist der wichtigste Schritt, und gleichzeitig der Schritt, der am häufigsten vernachlässigt wird. Nur wenn man seinen eigenen Beitrag zum Unternehmenserfolg kennt und diesen auch messen kann, kann man eine Gehaltsforderung glaubhaft begründen.

Eine Gehaltsverbesserung passiert nicht aus gutem Willen der Firma oder deines Vorgesetzten. Auch nicht, weil man schon viele Jahre dort arbeitet oder persönlich einen gestiegenen Finanzbedarf hat. Eine Gehaltserhöhung ist nur gerechtfertigt, wenn die Mitarbeiterin aus Unternehmenssicht auch einen erhöhten Beitrag zum Ergebnis geliefert hat. Konnte ein neuer Kunde geworben werden und so der Umsatz gesteigert werden? Oder ist aufgrund der eigenen Leistungen die Fehlerquote in der Fertigung gesunken und damit eine Kosteneinsparung realisiert worden? Diese Dinge sind es, die einen wertvollen Mitarbeiter ausmachen und klar belegbar sind.

Die eignen Erfolge und Leistungen sollten im Vorfeld aufbereitet werden. Sie sollten so gut es geht messbar und belegbar sein. Idealerweise können sie in konkrete Wertangaben, also Euro-Beträge, umgerechnet werden. Wie viel Umsatz macht der neue Kunde pro Jahr? Wie viele tausend Euro Kostenersparnis bringt der neue Prozess, den man eingeführt hat?

Diese Werte sind ein konkreter Nutzen, den das Unternehmen hat. Und diese monetären Werte rechtfertigen es schließlich, dass man einen Teil dieses Mehrwertes in Form eines höheren Gehalts bezieht.

Schritt 3: Den eigenen Marktwert kennen

Neben deinen Leistungen und Erfolgen sollte man sich vor dem Gespräch mit seinem aktuellen Marktwert befassen. Wie viel wird momentan extern für einen Mitarbeiter mit vergleichbarer Ausbildung, ähnlicher Erfahrung und gleicher Qualifikation bezahlt? Wenn man sich bei einer anderen Firma in der gleichen Branche neu bewerben würde, mit wie viel Gehalt könnte man dort rechnen? Dieser Wert ist der aktuelle Marktwert des eigenen Profils. Auch wenn man nicht vor hat, die Firma zu wechseln, sollte man diesen Wert, bzw. die Bandbreite, in der sich externe Angebote bewegen, kennen.

Mit diesem Wert kann man einschätzen, ob man derzeit fair und angemessen bezahlt wird. Nach einigen Jahren Betriebszugehörigkeit ist ein Abschlag gegenüber dem Marktwert ganz normal. Das liegt daran, dass jeder Wechsel auch Risiken für den Arbeitnehmer mit sich bringt, wie eine neu beginnende Probezeit, ggf. ein Umzug, der Wegfall des internen Netzwerkes, usw. Dadurch wird der Wechsel von einem neuen Arbeitgeber oft mit einem Premium – quasi als Wechselmotivation – ausgeglichen. Eine gewisse Differenz des eigenen Gehalts zum externen Marktwerts ist durchaus normal und hat seine Berechtigung. Dennoch ist der Marktwert die beste Referenz, ob das eigene Gehalt sich im fairen Rahmen bewegt.

In der Gehaltsverhandlung sollte man auf keinen Fall damit drohen, die Firma zu verlassen, sofern man das nicht auch wirklich vor hat. Aber man kann durchaus anführen, dass momentan in anderen Unternehmen deutlich mehr gezahlt wird. Das bringt den Arbeitgeber unter Druck, und hilft, für das eigene Anliegen einer Gehaltserhöhung zu argumentieren.

Die Gespräche sollten immer sachlich und freundlich geführt werden. Wer hier zu fordernd wirkt, macht sich schnell unsympathisch und verspielt so die Unterstützung des Vorgesetzten. Nur über das konstruktive Gespräch erreich man die Bereitschaft des Chefs, die Mitarbeiterin zu unterstützen und sich für eine Gehaltserhöhung einzusetzen.

 

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